Neues aus der zensierten Netzwelt…
(Hier findet Ihr die Position der Jusos Aachen zum Thema “Zensursula”.)
POPKOMM-ABSAGE – Angst vor der Flatrate
Von Christoph Twickel
Die weltweit größte Musikmesse Popkomm wird dieses Jahr nicht stattfinden – die Branche leide zu sehr unter den illegalen Downloads. Ein fadenscheiniges Argument: Die Plattenfirmen sperren sich gegen innovative Ideen wie die Kultur-Flatrate und üben stattdessen Druck auf die Politik aus.
Tim Renner bracht es im Deutschlandradio auf den Punkt: Wenn es denn wahr sein soll, dass die diesjährige Popkomm ausfällt, weil die Internetpiraterie die Musikindustrie ruiniere, dann sei der Branche das reichlich spät aufgefallen. Denn die größten Einbußen wegen illegaler Downloads, rechnete der ehemalige Universal-Chef vor, haben die Plattenfirmen zwischen 1998 und 2003 hinnehmen müssen.
Popkomm-Gründer Gorny: Politische Sanktionen statt neuer Ideen
In der Tat: Die Begründung ist fadenscheinig und ein leicht zu durchschauender Versuch, die Krise der Musikindustrie für eine Kampagne zu nutzen, die Popkomm-Gründer Dieter Gorny schon seit Jahren fährt: “Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Politik nun endlich handeln muss, um den Diebstahl geistigen Eigentums im Netz zu stoppen”, erklärte der Vorsitzende des Bundesverbands Musikindustrie einmal mehr anlässlich der Popkomm-Absage am Freitag.
Die Major-Plattenfirmen, die Gorny repräsentiert, fordern von der Politik Maßnahmen wie in Frankreich: Nach drei Verwarnungen soll jenen, die urheberrechtlich geschützte Material in downloaden, der Internetzugang gesperrt werden. Nur: Das erst im Mai verabschiedete Gesetz ist erst vor ein paar Tagen vom französischen Verfassungsrat kassiert worden – zu Recht. “Die Sperrung von Internetzugängen halte ich für eine völlig unzumutbare Sanktion”, hatte Bundesjustizministerin Zypries schon während der Diskussion um das umstrittene Gesetz erklärt. “Sie wäre verfassungsrechtlich und politisch hoch problematisch.”
Weiter im Artikel bei Spiegel ONLINE….
Und noch diese Idee zur Zensur:
VIDEOSPIELE – Jugendschützer wollen Webshops indizieren
Von Christian Stöcker
Die Kommission für Jugendmedienschutz hat den Antrag gestellt, mehrere österreichische Webshops indizieren zu lassen. Begründung: Dort gibt es in Deutschland indizierte Spiele zu kaufen und entsprechende Werbematerialien zu sehen. Die Shop-Betreiber protestieren.
Der österreichische Webshop Gameware.at macht aus seinem besonderen Service für deutsche Kunden keinen Hehl. Auf einer Unterseite des Angebotes finden sich diese Zeilen: “Titel, die nach Ansicht der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) in Deutschland nicht frei verkauft werden dürfen beziehungsweise sogar bei Händlern (nicht bei Privatpersonen) beschlagnahmt werden, landen auf dem sogenannten Index. Als österreichischer Händler dürfen wir diese Titel an Personen über 18 Jahre ausliefern!” Kaufen kann man dort etwa das Massenmörder-Gemetzel “Manhunt 2″, den Alien-Shooter “Gears of War 2″ oder eine ungeschnittene Version des Films “Robocop”.
Gameware.at: Web-Shop auf den Index für jugendgefährdende Medien?
Die deutsche Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), unter anderem für Jugendschutz im Internet zuständig, sieht solche Angebote gar nicht gern. Nun geht sie gegen Gameware.at und zwei andere österreichische Webshops vor: In einem Schreiben an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM), das SPIEGEL ONLINE vorliegt, wird die Indizierung von Gameware.at gefordert.
Der Betreiber hält das für einen “ziemlichen Schuss ins Knie”. Mark Rehm von Gameware.at erklärt auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, man betreibe “eine Web-Seite, die sich komplett ans Recht hält”.
Rehm gibt zu: “Natürlich hat eine Indizierung auch einen Werbeeffekt.” An Kinder und Jugendliche aber verkaufe man keine für sie nicht zugelassene Software. Käufer müssten “wahrheitsgemäß ihr Alter angeben”, außerdem könne man bei Gameware.at nur dann bestellen, wenn man mit Kreditkarte oder Überweisung vom eigenen Konto zahlen könne, und diese Möglichkeit hätten ja in der Regel nur Erwachsene. Diese Methode halte man, so Rehm, für eine ohnehin bessere Lösung als etwa die, eine Kopie des Personalausweises von jedem Besteller anzufordern.
Wann kann indiziert werden?
Dass auf internationalen Web-Seiten in Deutschland indizierte Medien angeboten würden, sei kein Einzelfall – das täten zahlreiche andere internationale Webshops selbstverständlich auch: “Ich verstehe nicht, warum gerade wir zur Verantwortung gezogen werden sollen.”
Und da sag nochmal einer, das Gesetz sei kein Dammbruch!
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Juli 20th, 2009 at 13:57
Testkommentar
Februar 21st, 2010 at 06:48
In it something is. Earlier I thought differently, I thank for the help in this question.
Bravo, you were not mistaken
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It is a pity, that now I can not express – it is compelled to leave. I will return – I will necessarily express the opinion on this question.
Yes, it is the intelligible answer