Mal an die eigene Nase fassen
Die beleidigte Reaktion auf die vermeintlich „einseitige, verzerrende und durchweg tendenziöse Berichterstattung“ über die Ordensverleihung des AKV kommt wenig überraschend. Aber anstatt der Presse die Schuld in die Schuhe zu schieben, sollte sich der AKV mal selbst an die Nase fassen.
Wer im Superwahljahr 2009 den CDU-Ministerpräsidenten aus fadenscheinigen Gründen zum Ordensträger für seinen Humor erklärt und ihm den Orden wenige Monate vor der Landtagswahl verleiht, der darf sich über negative Presse nicht wundern. Rüttgers selbst sah den Preis als nicht gerechtfertigt an, als er sich fragt, was die Leute mehr verwundert hat: Der Friedensnobelpreis für Obama, oder der Öcher Narrenorden für ihn. Wo der AKV politisch steht, lässt sich seit vielen Jahren nicht übersehen, aber seine Neigungen so hemmungslos zu zelebrieren, ist vor dem Hintergrund der Wahlen endlich an seine Grenzen gestoßen. Der AKV ist einen Schritt zu weit gegangen und die Aachener Bürger haben das auch gemerkt. Jetzt der Presse die Schuld für negative Imagebildung zu geben, ist höchst fragwürdig. Wer etwas verändern will, der fängt bei sich selbst an. Wenn der AKV seine Stellung und sein Image in Aachen und über die Stadtgrenzen hinaus behalten will, sollte er dies beherzigen.
S.O.
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