Pinkwart setzt auf das Prinzip Hoffnung
Wissenschaftsminister NRW ohne Plan, so die Jusos
Die überfüllten Hörsäle überall in Nordrhein-Westfalen sind kein neues Phänomen. Längst nicht jeder Studierwillige bekommt auch einen Platz. Es gibt zahllose Beschränkungen und Aufnahmekriterien der Universitäten. Dieser Zustand verlangt ohnehin schon eine größere Zuwendung des Landes und nun sehen sich die Hochschulen „mit einer gewaltigen Zusatzaufgabe konfrontiert“, so der Juso-Vorsitzende Dominic Gohla. Durch den doppelten Abiturjahrgang 2013 erwatet das Land rund 50.000 Abiturientinnen und Abiturienten mehr als im Jahre 2012. Die Bemühungen und die Verhandlungen mit den Hochschulen, die Wissenschaftsminister Pinkwart führt, „sind dringend notwendig, aber angesichts des kommenden Ansturms nicht ausreichend“, kommentiert der Sprecher der Juso-Hochschulgruppe Mark Olschewski.
Zu den Schwierigkeiten der erhöhten Zahl der Erstsemester an den Universitäten kommt ein bislang von Herrn Pinkwart unbeachtetes Problem hinzu: 2013 wird sich eine größere Menge Abiturientinnen und Abiturienten auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Die höhere Konkurrenz führt nicht nur zu geringeren Chancen für die Bewerberinnen und Bewerber, sondern mindert die Chancen mittlerer Bildungsschichten in erheblichem Maße. „Die Chancengleichheit im Bildungssektor wird immer mehr mit Füßen getreten und die schwarz-gelbe Landesregierung steht nun vor dem Problem, das sie sich durch die G8-Regelung selbst geschaffen haben“, resümiert die stellvertretende Juso-Vorsitzende Halice Kreß-Vannahme.
Die Parteien sind dringend beraten, die Lösungen der Schul- und der Hochschulpolitik neu zu überdenken. Das Experiment „Gymnasium in 8 Jahren“ steht noch in den Startlöchern und stellt das Land doch schon vor schier unlösbare Aufgaben. Die Probleme, die allein durch den Jahrgang 2013 entstehen, waren vorher bekannt. Von der Mehrbelastung der Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, den Verwaltungsproblemen der Schulen und ist hier noch gar nicht gesprochen.
Stefan Oppelt
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