Jusos Aachen gegen Flaschen- und Alkoholverbot in der Pontstraße
“Den Überlegungen von Oberbürgermeister Marcel Philipp bezüglich der Einführung eines nächtlichen Alkoholverbots in der Pontstraße widersprechen wir entschieden”, erklärt der Vorsitzende der Aachener Jungsozialistinnen und Jungsozialisten, Dominic Gohla.
Die Jusos können die Verärgerung der Anwohner über die nächtliche Situation im Viertel zwar nachvollziehen, die
Forderung des Oberbürgermeisters stellt aber dennoch reinen realitätsfernen Aktionismus dar. “Ein solches Verbot würde keine Verbesserung der Lage bewirken, sondern lediglich die Freiheit eines jeden Besuchers der Pontstraße unnötigerweise massiv einschränken”, so Gohla.
Auch die Verwaltung steht der Umsetzbarkeit derartiger Verbote sehr vorsichtig gegenüber – zu Recht, betrachtet man das Scheitern dieser Maßnahmen in anderen Städten in rechtlicher, wie praktischer Hinsicht.
„Dem zunehmenden und ungehemmteren Alkoholkonsum durch Jugendliche entgegen- und für einen
verantwortungsbewussteren Umgang mit Alkohol einzutreten, ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Ein Verbot der Kioske und des Straßenverkaufs von Cocktails drängt diese Probleme nur aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, löst sie aber nicht“, fügt Halice Kreß-Vannahme, stellvertretende Juso-Vorsitzende, hinzu.
Wie die städtische Ordnungsbehörde in der Entscheidungsvorlage zur Hauptausschusssitzung am 7. Juni
erklärt, besteht bei ihr seit Jahren ein massiver Personalmangel, der sich im letzten Jahr weiter verschärft hat.
“Hier sollte man zur Lösung der Probleme in der Pontstraße ansetzen”, stellt Gohla die Meinung der Jusos dar. “Wir
brauchen keine neuen Verbote, sondern endlich genug Personal, das die bestehenden Bestimmungen durchsetzt und nachts vor Ort Präsenz zeigt. Auch eine Kameraüberwachung – wie nun ebenfalls von einigen Seiten gefordert – kann dies nicht ersetzen und ist deshalb ebenfalls abzulehnen.”
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