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JETZT ERST RECHT: LÄNGER GEMEINSAM LERNEN!

Nach dem Volksentscheid zur Schulpolitik in Hamburg erklärt der Juso-Bundesvorsitzende Sascha Vogt:

Es bleibt dabei: Ein gerechtes und leistungsstarkes Schulsystem erfordert längeres gemeinsames Lernen. An dieser Erkenntnis moderner Schulpolitik ändert sich auch nach dem Hamburger Volksentscheid nichts. Schwarz-Grün ist mit dem Volksentscheid gescheitert: Das Bündnis aus Konservativen und Grünen trägt nicht für fortschrittliche Politik.

Schon der Name der Initiative „Wir wollen lernen“ ist zynisch: Gute Bildung sollen auch zukünftig exklusiv vor allem die Bürgerkinder auf dem Gymnasium erhalten. Eine selbsternannte bürgerliche Bildungselite verteidigte mit einer populistischen Kampagne eisern die Privilegien ihrer Kinder. Die Millionärskinder aus Blankenese sind nun doch mehr wert als die Hartz-IV-Kinder aus Wilhelmsburg.
Wenn schon Kompromisse, wie sechs Jahre gemeinsames Lernen, auf so massiven Widerstand stoßen, dann müssen wir in den Ländern zukünftig umso entschiedener für integrative Schule kämpfen. Nur weil eine wohlhabende konservativ-bürgerliche Klientel ihren Kindern im rückständigen gegliederten Schulsystem Vorteile sichern will, dürfen wir nicht die Bildungschancen der großen Mehrheit aufgeben.

Wir Jusos halten an unserer Forderung nach einer integrativen Gemeinschaftsschule für alle fest.
Das Saarland und nun auch Hamburg zeigen: Schwarz-Grün ist inhaltlich gescheitert. Wer sozial gerechte und fortschrittliche Politik will, kann nicht darauf setzen, dass die Grünen dies in einer bürgerlichen Koalition mit der CDU durchsetzen.

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Dieser Eintrag wurde am Dienstag, Juli 20th, 2010 um 08:57 unter Deutschland, NRW gemacht. Du kannst ihm per RSS 2.0 feed folgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder von Deiner eigenen Seite trackbacken.

One Response to “JETZT ERST RECHT: LÄNGER GEMEINSAM LERNEN!”

  1. Markus Says:
    Juli 26th, 2010 at 18:29

    “Bürgerliche Bildungselite” – na klar! Alle sozial schwachen Kinder gehen auf die Haupt- oder Realschule und Schüler aus Mittelstand und Oberschicht besuchen das Gymnasium. Ich frage mich, ob der Herr Bundesvorsitzende hier überhaupt schonmal ein Gymnasium von innen gesehen hat. An meiner Schule beispielsweise gibt es viele sozial schwache Schüler, die dadurch aber nicht gleichzeitig leistungsschwach sind – im Gegenteil!

    Uns sollte doch viel eher interessieren was passiert, wenn man eine Primarschule wirklich auch in NRW vorschlägt und durchführen möchte. Stellen wir uns nun vor, dass “prinzipielle” Haupt- und Realschüler nun mit Gymnasiasten gemeinsam unterrichtet werden. Wie sehen die Lehrpläne aus? Orientiert man sich hier nach unten und schadet somit denen, die weitaus mehr leisten können und wollen? Orientiert man sich nach oben, sodass leistungsschwächere Schüler nicht mehr dem Unterricht folgen können?

    Welche empirischen Studien zeigen eigentlich, dass 6 Jahre gemeinames Lernen wirklich so viel besser sind als 4?

    Befürworter der Gemeinschaftsschule werden nun damit argumentieren, dass man ja immer gemeinsam lernen könne.

    Eines sollte man dabei jedoch nie vergessen: Ein großes Stück individueller Forderung und Förderung geht hier verloren. Ich bin kein Befürworter von Kampfbegriffen wie “Einheitsschule” und “Selektion” und denke auch nicht, dass man solch unsachliche Bezeichnungen verwenden muss. Viel eher sollte man die Vorzüge der Schulsysteme miteinander vergleichen, die Frage der Effizienz und Effektivität prüfen und auch konstruktiv versuchen, ersteinmal das Bestehende zu verbessern (Duchlässigkeit z.B.) bevor man ein völlig neues System einführt.

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