Sexuell übertragbare Krankheiten auf dem Vormarsch – wird in NRW-Schulen ausreichend aufgeklärt?

Auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in Aachen unter der Leitung von Daniela Jansen wurde der Frage nachgegangen, warum sexuell übertragbare Krankheiten besonders bei jungen Menschen auf dem Vormarsch sind. Mit Frau Dr. Susanne Oheim von der Aids- und STD-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes der StädteRegion Aachen und Frau Christine Mayer, einer engagierten Biologielehrerin der Gesamtschule Langerwehe, wurde auf der gut
besuchten Veranstaltung auch die Aufklärung an NRW-Schulen kritisch beleuchtet.

Zwar nimmt die Anzahl von Neuinfektionen mit HIV ab, Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (oder auch STDs oder STIs genannt) nehmen aber rasant zu. Clamydien-Infektionen treten bei Jugendlichen wesentlich häufiger auf als bei anderen Bevölkerungsgruppen. Und auch HPV-Infektionen nehmen bei jungen Frauen zu.

Diese Steigerung der Infektionen liegt auch im veränderten Verhütungsverhalten junger Menschen begründet, so Dr. Susanne Oheim.
Ein geringes Bewusstsein bei jungen Menschen über das Infektionsrisiko mit STDs hat zunehmend zur Folge, dass die Kondomnutzung bei jungen Menschen abnimmt.

Sowohl die Aids- und STD-Beratungsstelle (durch bevölkerungsbezogene Präventionsarbeit) als auch die NRW-Schulen im Biologie- und Sexualkundeunterricht tragen dazu bei, dieses Thema verstärkt ins Bewusstsein der jungen Menschen zu rücken.
NRW-Schulen werden die Richtlinien für die Sexualerziehung und die Lehrpläne für die thematische Behandlung im Unterricht von sexuell übertragbaren Krankheiten durch das Schulgesetz vorgeschrieben.
Dies findet wiederholt in verschiedenen Fächern schwerpunktmäßig in der Sekundarstufe I statt, so Christine Mayer.
Leider ergibt sich hier aber ein sehr buntes Bild: manche Schulen behandeln dieses Thema ausführlich, andere aufgrund von Zeitmangel gar nicht. Einheitliche Standards gibt es leider nicht.

Auch die Angebote der Beratungsstelle der StädteRegion sind breit gefächert, werden aber nur von einer Person getragen. So bietet die Beratungsstelle neben kostenlosen, anonymen HIV- und STD-Tests und der persönlichen und telefonischen Beratung auch die Vermittlung in Selbsthilfegruppen an.
HIV-Tests können dabei kostenlos angeboten werden, STD-Tests hingegen nur gegen eine Gebühr.

Können einheitliche Standards an NRW-Schulen geschaffen werden?
Wie kann dieses Thema an junge Menschen getragen werden ohne Ängste zu schüren?
Kann eine Onlineberatung zu diesem Thema eine Schwelle abbauen?

Mit diesen Fragen werden sich sowohl die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen wie auch die Jusos Aachen weiter beschäftigen.