Zur Tötung männlicher Küken in der Legehennenproduktion

Auch Verbraucher*innen sind in der Pflicht. Jusos Aachen plädieren zu Ostern für einen verantwortungsvolleren Konsum von Eiern.

Jährlich werden in Deutschland ca. 50 Millionen männliche Eintagsküken in der Legehennenproduktion getötet, davon etwa 5,4% in Nordrhein-Westfalen. Dass männliche Küken als Abfallprodukt der Legehennenproduktion entstanden sind, ist der großen Nachfrage nach günstigen Eiern und dem Streben nach möglichst hohen Gewinnen bei den Erzeuger*innen zuzuschreiben. Aus diesem Grund sind Züchtungen entstanden, die nicht für Eier und Fleischproduktion geeignet sind. Männliche Küken werden somit zum Abfallprodukt einer gewinnorientierten Eierproduktion. Die Jusos Aachen schließen sich daher der Beurteilung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums an und fordern eine Anpassung des Tierschutzgesetzes, um ein deutschlandweites Verbot der Tötung von männlichen Küken in der Legehennenproduktion umzusetzen.

Gleichzeitig treten die Jusos Aachen für einen bewussteren Konsum tierischer Produkte ein. Die Klagen der Betriebe sind nicht aus der Luft gegriffen. Tatsächlich finden Produkte, die unter besseren Bedingungen hergestellt wurden und daher teurer sind, weniger Absatz. „Um die Bedingungen in der Tierzucht nachhaltig zu verbessern, sind sowohl strengere Auflagen als auch ein bewussterer Konsum notwendig“, so Carolina Nelson, Geschäftsführerin der Jusos Aachen, „wir sehen sowohl Politik als auch Verbraucher*innen in der Pflicht“. Anlässlich des Osterfestes werden in vielen Familien besonders viele Eier verzehrt, die Jusos Aachen fordern dazu auf, den Konsum mit Blick auf Umwelt und Tierschutz gering zu halten und möglichst regionale Eier aus ökologischer Landwirtschaft zu kaufen.

Hintergrund:

Auf Grundlage einer neuen Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft Münster, die das Töten männlicher Küken in der Legehennenproduktion als tierschutzwidrig ansieht, hatte das Land NRW im September 2013 für Zuchtbetriebe in NRW ein Verbot der Tötung der sogenannten „Eintagsküken“ erlassen. Gegen dieses Vorgehen klagten mehrere Brütereien und bekamen Recht. Das deutsche Tierschutzgesetz, so heißt es in der Urteilsbegründung, sehe einen solchen Eingriff in die Berufsfreiheit nicht vor. Johannes Remmel, Umweltminister des Landes NRW, kündigte an, in Berufung zu gehen und forderte den Bund auf, das Tierschutzgesetz entsprechend anzupassen.